Opsporing verzocht

In den Niederlanden gibt es seit langer Zeit eine niederländische Version von Aktenzeichen XY … ungelöst. Und wenn man mal beide vergleicht, fallen Unterschiede sofort auf: Die niederländische Version kommt zweiwöchentlich, dafür halb so lang. Es werden keine Sprecher eingesetzt, die unheimlich klingen, dramatische Musik kommt auch nicht vor, die einzelnen Beiträge sind deutlich kürzer, werden dafür teilweise von den Opfern selbst erzählt, der öffentliche Raum wird offenbar viel intensiver von Überwachungskameras erfasst – dafür beeindruckt die Vielzahl an schweren Verbrechen, die sind in diesem kleinen Land so ansammeln:

So geht’s mit dem Google+ Pseudonym

Bisher zumindest. Irgendwie hatte ich des Öfteren bei Google+ meinen Namen geändert, kurzfristig auch den Richtigen drin, und hopssala, sperrte man dort die Namensänderungsmöglichkeit. So eine Gemeinheit. Was tun? Ganz auf den Account verzichten? Da half Genosse Zufall:

Nachdem ich zumindest den Google+-Zugang gelöscht hatte, aktivierte ich ihn unabsichtlich durch irgendeinen Klick wieder und schwupps hoppste die Frage auf, wie ich mich im Profil denn nennen wollte. Name der WordPress.com-Adresse rein und hui: Funktioniert! Bei allen, die mich eingekreist hatten, bin ich übrigens weiterhin eingekreist (soso).

Mann, bist du blöd, jetzt steht dein richtiger Name immer noch irgendwo bei Google+, mit deinem Zugang verbunden. Naja, ganz so schitzophren bin ich ja auch nicht. Ich möchte eigentlich nur grundsätzlich die Möglichkeit haben, solche Dienste unter Pseudonym zu nutzen. Mal schauen, wie lange es gut geht.

Aliase

Der Umgang mit dem Internet im öffentlichen Bereich hat ab und an schon etwas paranoides. Ich komme gerade von einer Hochzeit, auf der penibel darauf geachtet wurde, dass keine Fotos öffentlich zugänlich online zu sehen sind, obwohl sie das irgendwie dann doch sind. Diese Angst, Fremde könnten Partyfotos sehen, so viel Paranoia gönnt man sich dann doch noch. Als ob Partyfotos heute noch einen solch großen Skandal verursachen könnten, wenn man nicht gerade Prinz ist. Und bloß nichts auf Facebook, die sind ja auch so böse.

Was mich aber auch noch stört, dass man online nicht mehr gepflegt ablästert über das Geschehene. Ein Gast meinte am Frühstückstisch erfreut zu mir

So, dann können wir ja nun endlich loslästern!

Soweit ich mich erinnere, haben wir das aber nicht sonderlich ausführlich getan. Aber die Idee ist doch so richtig, das gehört doch dazu!

Entristriktives Schreiben

Anfangs war das ja alles gut und schön mit Bloggen und Twittern: Man hat frei von der Leber mal rausgehauen, was einen bewegt. Doch langsam, aber sicher wurde das dann massentauglich.

Irgendwann kamen die ersten Real-Lifer an und verwiesen darauf, dass sie gelesen hätten, was man da so von sich gibt. da schwang dann nolens volens eine keine Form von Erpressung mit: Schreib bloß nichts Kritisches, das die sozialen Gefüge beeinträchtigt.

Mir nichts, dir nichts findet man sich dann in den Bezäunungen wieder, dass man sieht, man schreibt kaum noch. Es kann ja immer mal wer um die Ecke kommen, dem das nicht gefällt. Dann hat man den Ärger.

Letztes Jahr wollten drei Personen mich wegen irgendwas verklagen. Nur weil mein Name im Impressum stand, nur weil man meinte, man könnte da Geld rausschlagen und für Ordnung sorgen.

Deswegen kommt diese Seite nun auch mit ins Spiel und zwar aus einem einfachen Grund: Ich schreibe nicht für Stalker, nicht für Anschlusssucher, nur für Gernleser und für mich selbst.